Der Kulturpark ist ein Ort für Bildung, Kultur und nachhaltige Entwicklung. Hier begegnen sich Menschen, Organisationen und Initiativen, die sich mit Fragen unserer gemeinsamen Zukunft beschäftigen.
Die Verbindung von Arbeiten, Lernen, Kultur, Gewerbe und gemeinschaftlichem Wohnen schafft einen lebendigen Ort, an dem Nachhaltigkeit im Alltag sichtbar und erlebbar wird.
Der Kulturpark versteht sich dabei nicht nur als Gebäude oder Areal, sondern als Netzwerk von Menschen und Organisationen, die Verantwortung übernehmen und Zukunft mitgestalten.
Bewässerung
Regenwasser von den Dächern wird in unterirdischen Tanks gesammelt und zur Bewässerung des Innenhofs genutzt. Überschüssiges Wasser versickert im Boden und trägt an warmen Tagen durch Verdunstung zur Kühlung bei.
Belüftung
Die Anordnung der Gebäude ermöglicht eine natürliche Durchlüftung des Areals. Durch die Verbindung der Gebäude entsteht ein angenehmes Klima in den Wohnungen und im Innenhof.
Kühlung
Die Büro- und Seminarräume werden im Sommer ressourcenschonend mit Grundwasser gekühlt. Das natürlich kühle Wasser gibt seine Kälte über einen Wärmetauscher an einen geschlossenen Kühlkreislauf ab, der die Lüftung und die Kühldecken versorgt.
Versickerung
Im Kulturpark sind die Aussenflächen grösstenteils unversiegelt. Offene Betonsteine und Kiesflächen lassen Regenwasser versickern und im Boden speichern. Das entlastet bei starken Niederschlägen die Kanalisation und trägt an warmen Tagen durch Verdunstung zur Kühlung bei.
Bepflanzung
Die vielfältige Bepflanzung mit Bäumen, Sträuchern und Stauden fördert die Biodiversität und schafft Lebensräume für Insekten und Vögel. Gleichzeitig spenden die Pflanzen Schatten, verbessern das Mikroklima und tragen zu einer angenehmen Aufenthaltsqualität im Kulturpark bei.
Fassaden
Die Fassaden des Kulturparks sind auf Langlebigkeit und einen ressourcenschonenden Betrieb ausgelegt. Ihre Gestaltung berücksichtigt den sommerlichen Wärmeschutz und trägt dazu bei, den Energiebedarf der Gebäude zu reduzieren.
Der Kulturpark verbindet Wohnen, Arbeiten, Bildung und Kultur an einem Ort. Im Mehrgenerationenhaus leben Familien, Einzelpersonen und Paare unterschiedlicher Hintergründe und Generationen. Gemeinschaft entsteht dabei nicht von selbst, sondern durch gemeinsame Räume, gegenseitige Unterstützung und die Bereitschaft, Verantwortung füreinander und für das Zusammenleben zu übernehmen.
Ein wichtiger Teil dieses Verständnisses ist der Verein «leben wie du und ich», der Menschen mit Beeinträchtigung ein selbstbestimmtes Wohnen mitten im Kulturpark ermöglicht. So wird Inklusion nicht als separates Angebot verstanden, sondern als selbstverständlicher Teil des gemeinschaftlichen Lebens.
Ein Einblick der Bewohner:innen
2015 standen wir zum ersten Mal mitten im Kulturpark. Genauer gesagt: mitten in einer Baustelle. Deborah, hochschwanger, und ich schlichen uns neugierig zwischen Betonwänden und Baukränen hindurch, um unsere künftige Wohnung zu besichtigen. Viel zu sehen gab es nicht: nackte Wände, ein Innenhof als Schuttfeld, das silberne Nachbargebäude existierte erst auf Papier. Man brauchte eine ordentliche Portion Fantasie, um sich hier ein Zuhause vorzustellen. Den Vertrag hatten wir allerdings längst unterschrieben. Die Wohnungssuche in Zürich war auch 2015 schon kein Kinderspiel.
Im Oktober durften wir dann als eine der Allerersten eine Wohnung beziehen. Und wir waren bereits zu dritt: Baby Charlotte war gerade drei Wochen alt. Heute, zehn Jahre später, sind wir zu fünft. Wir sind mit dem Kulturpark gewachsen, und er quasi mit uns.
In dieser Zeit habe ich unzählige Stunden in Koordinatorensitzungen verbracht, durfte einige Bewohnermeetings moderieren, viele Kindergeburtstage in der Megamarie feiern, neue Freundschaften knüpfen, und auch viele liebe Menschen wieder verabschieden.
Aus dem Schuttfeld im Innenhof ist ein lebendiger Treffpunkt geworden: Hochbeete mit Tomaten und Erdbeeren, Blumen, Fahrräder (die ab und zu im Weg liegen) und Kinderlachen prägen heute das Bild. Wir gehen im Ahoi ein und aus und auch im Töpferstudio wurden schon einige Kunstwerke gemacht.
Der Kulturpark ist für uns nicht nur ein Gebäude, sondern ein Stück Heimat. Ein farbiger, lebendiger Fleck mitten im oft etwas grauen und anonymen Zürich-West.
Der Kulturpark wird von der Hamasil Stiftung getragen. Die Stiftung fördert Projekte und Initiativen, die zu einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft beitragen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Agroforst, Wasser, Suffizienz sowie eine nachhaltige Stadtentwicklung.